(Foto: INTIS GmbH)
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Köln. Forschungsprojekt TALAKO untersucht Zukunftstechnik der E-Mobilität

Der Verkehrsausschuss hat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag, 6. Mai 2021, eine Kaufprämie zur Anschaffung von vier E-Taxis beschlossen, die mit einer induktiven Ladetechnik ausgerüstet werden. Damit sichert die Stadt die Durchführung eines Forschungsprojektes der Universität Duisburg-Essen und zahlreichen Projektpartnern.

Andrea Blome, Beigeordnete für Mobilität und Liegenschaften: „Wir fördern mit dieser Kaufprämie die Zukunft der Elektromobilität. Luftreinhaltung und Klimaschutz sind nur möglich, wenn praktikable Lösungen für alle Branchen entwickelt werden. Das induktive Laden wird in Köln bald zum Alltag der Taxibranche gehören. Besonders freut mich, dass mit Hilfe der Kaufprämie ausschließlich barrierefreie Taxis erworben werden und wir damit mobilitätseingeschränkten Bürgerinnen und Bürgern eine selbstbestimmte Mobilität garantieren können.“

Das Projekt „Taxi-Lade-Konzept für den öffentlichen Raum“ („TALAKO“) umfasst den Aufbau einer Anlage für das kabellose Laden von Taxifahrzeugen mittels induktiven Ladestreifen. Diese sind unterirdisch in der Taxi-Warteschlange integriert, sodass die Elektrotaxifahrzeuge während der Wartezeit geladen werden. Der Ein- und Ausstieg der Fahrerin beziehungsweise des Fahrers zum Starten und Beenden des Ladevorgangs entfällt. Der Taxiwarteplatz in der Dompropst-Ketzer-Straße in unmittelbarer Nähe zum Kölner Hauptbahnhof wurde von den Projektbeteiligten als geeignet klassifiziert. Derzeit werden die notwendigen Leitungsabfragen und Detailplanungen vorgenommen. Die Fertigstellung erfolgt voraussichtlich Ende 2021.

Die Rheinenergie AG tritt als Bauherrin auf und wird die Anlage auch nach Projektende weiter betreiben. Jörn Hansen, Projektleiter bei der RheinEnergie AG hebt die Bedeutung des Projektes hervor: „Beim induktiven Laden verschwindet die Technik nahezu vollständig in der Fahrbahn. Das vereinfacht die Standortsuche enorm, denn städtebauliche Einschränkungen fallen kaum ins Gewicht. Auch lässt sich der Ladevorgang vollständig automatisieren.“ Hansen rechnet damit, dass bei der Induktions-Technik – analog zu den Steckern bei konventioneller Ladeinfrastruktur –  einheitliche Standards vereinbart würden. Auch zu dieser Entwicklung trügen die Ergebnisse von Pilotprojekten wie TALAKO bei.

Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektumsetzung ist, dass mindestens fünf der – im Vergleich zum Taxi-Standardfahrzeug Mercedes E-Klasse – etwa doppelt so teuren Fahrzeuge beschafft werden. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Universität Duisburg-Essen belegt, dass – gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie – bei den Taxiunternehmen keine Bereitschaft dazu besteht, die Mehrkosten zu finanzieren.

Bis zuletzt verliefen zahlreiche weitere Gespräche über Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene ergebnislos. In dieser Folge drohte der Abbruch des Projektes. Durch die nun beschlossene projektbezogene Förderung der Stadt Köln in Höhe von 48.000 Euro kann das Projekt wie geplant fortgeführt werden.

Projektleiterin Prof. Dr. Heike Proff vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Internationales Automobilmanagement der Universität Duisburg-Essen (IAM) ist erleichtert: „Wir sind froh, dass die Stadt Köln mit uns gemeinsam versucht, ein Konzept umzusetzen, das die Umwelt und die Lebensqualität in Köln verbessert und uns wissenschaftliche Einsichten bringt, wie wir das induktive Ladekonzept gefahrlos und profitabel auf andere Anwendungen und Städte ausrollen können.“

Mit der Kaufprämie können nun vier weitere Taxis à 12.000 Euro gefördert werden, die sich am Forschungsprojekt beteiligen müssen. Aleksandar Dragicewic, Vorstandssprecher der Taxi Ruf Köln eG ist glücklich: „Die Taxi Ruf Köln eG hat bereits in der Vergangenheit zusammen mit der Stadt Köln und der Rheinenergie AG an der Elektrifizierung der Taxiflotte gearbeitet. Diese Bemühungen wurden mit dem TALAKO-Projekt fortgesetzt. Da aber auch die längste Reise mit dem ersten – oft ganz kleinen – Schritt beginnt, haben wir diesen ersten Schritt bereits im Dezember 2020 mit der Anschaffung des Elektrowagens der Firma LEVC gemacht. Damit übernimmt unsere Genossenschaft pflichtbewusst – trotz der Corona-Pandemie – Verantwortung, um die Luftqualität für alle Kölnerinnen und Kölner zu verbessern sowie unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Handicap ein Inklusionstaxi ohne Mehrkosten zum Taxitarif anzubieten“.

Gefördert werden speziell für das Taxigewerbe entwickelte Elektrofahrzeuge des Unternehmens London Electric Vehicle Company (LEVC). Diese Taxifahrzeuge sind als Inklusionstaxi zertifiziert. Somit wird mobilitätseingeschränkten Personen eine selbstbestimmte Mobilität ermöglicht, ohne auf fremde Hilfe beim Ein- und Ausstieg angewiesen zu sein. In der Millionenstadt Köln ist derzeit, neben dem nun neu zugelassenen LEVC-Fahrzeug der Taxi Ruf Köln eG, nur ein weiteres barrierefreies Taxi im Einsatz.

InfoKlick: https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=101184 und https://talako.uni-due.de/

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