Verleihung der Ehrenspange der Stadt Mülheim an der Ruhr durch Oberbürgermeister Marc Buchholz an Heinz Sprenger. Übergabe der posthum an Heinz Sprenger verliehenen Ehrenspange an seine Ehefrau Sieglinde Sprenger (Foto: Walter Schernstein)
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Mülheim an der Ruhr. Bei der Übergabe der posthum an Heinz Sprenger verliehenen Ehrenspange an seine Ehefrau Sieglinde Sprenger hielt Oberbürgermeister Marc Buchholz gestern bei der feierlichen Verleihung in der Rathausbücherei die Laudatio.

“Sehr geehrte Gäste,…

sehr geehrte Frau Sprenger,

ich begrüße Sie herzlich hier im Rathaus und freue mich, dass ich heute die Gelegenheit habe, Ihnen die an Ihren Ehemann posthum verliehene Ehrenspange der Stadt Mülheim an der Ruhr zu überreichen.

Es ist – soweit ich weiß – das erste Mal in der Geschichte dieser Auszeichnung, dass sie posthum erfolgt. Wir – und sicherlich auch der BAMH sowie der Verein RISKID als Anreger der Ehrung – hätten uns gewünscht, Ihren Mann noch zu Lebzeiten auszuzeichnen, aber sein plötzlicher Tod im April 2019 hat dies verhindert. Lassen Sie uns einen Moment innehalten, um Ihrem verstorbenen Mann zu gedenken. …

Die heutige Ehrung wollten wir eigentlich schon im vergangenen Jahr in einem größeren und gewohnt feierlichen Rahmen vornehmen. Doch die Corona-Pandemie hat uns seitdem immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bedaure das sehr, denn diese besondere Auszeichnung und die mit ihr verbundenen Verdienste für die Stadtgesellschaft verdienen größere Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Dass wir heute nur im kleinen Kreis zusammenkommen können, schmälert aber nicht die Bedeutung der Auszeichnung.

Als der Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr am 25. Juni 2020 beschloss, Heinz Sprenger posthum mit der Ehrenspange auszuzeichnen, setzte er ein sichtbares Zeichen des Dankes und der Anerkennung für herausragendes bürgerschaftliches Engagement.

Wir können uns glücklich schätzen, wenn sich Mülheimer Bürger über das normale Maß hinaus engagieren, wenn sie initiativ werden, wenn sie sich freiwillig einbringen, um Gutes zu gestalten.

Bereits der erste deutsche Bundespräsident Theodor Heuss hat festgestellt: “Die Demokratie als Gesinnungskraft und Lebensform lebt von den vielen Freiwilligkeiten der Bürger.”

Ein gutes Gemeinwesen lebt also von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht. Es sind die freiwilligen bürgerschaftlichen Aktivitäten, die unsere Zivilgesellschaft formen und fördern.

Ihr Mann, sehr geehrte Frau Sprenger, war langjähriges Mitglied im Vorstand des Dümptener Bürgervereins und hat sich dort für den Stadtteil und für die Belange der Dümptener Bürgerinnen und Bürger eingesetzt.

Er war Mitbegründer der Hilfsorganisation „RISKID e.V.“. RISKID ist ein elektronisches Informationssystem für den ärztlichen Informationsaustausch, um Verdachtsfälle auf Kindesmisshandlung schneller abzuklären. Dadurch kann betroffenen Kindern frühzeitiger geholfen werden. RISKID hat seinen Sitz in Duisburg, ist aber überregional aktiv.

Als Leiter der Mordkommission Duisburg war er mit Gewaltverbrechen an Kindern konfrontiert. So wurde es ihm zu einer Herzensangelegenheit, Kinder besser zu schützen. „Handeln bevor es zu spät ist“ war dabei sein Leitmotiv.

Auch als Buchautor hat er das Thema Kindesmisshandlung aufgegriffen und einen praxisorientierten Umgang damit einem breiten Publikum dargestellt.

Er war Mitglied der Regierungskommission „Mehr Sicherheit für Nordrhein-Westfalen“, der sogenannten „Bosbachkommission“, und hat dort als fachkundiger Experte wesentlich dazu beigetragen, richtungsweisende Empfehlungen für einen besseren Kinderschutz gegeben.

Für die segensreiche Arbeit, die Heinz Sprenger geleistet hat, danke ich ihm im Namen der Stadt Mülheim an der Ruhr sehr herzlich und spreche ihm posthum meinen Respekt und meine Anerkennung aus. Er durfte stolz sein auf das, was er erreichte und auf das herausragende Beispiel tatkräftiger Einsatzbereitschaft, das er unserer Stadtgesellschaft gab.

Liebe Frau Sprenger, auch Ihnen, Ihren Angehörigen, Freunden und Weggefährten gilt mein herzlicher Dank! Denn wenn sich der Partner, Vater oder Freund so intensiv seinen Aufgaben und Herausforderungen widmet, benötigt er das Verständnis, den Rückhalt und die Unterstützung im Familien- und Freundeskreis, die Sie ihm gegeben haben.

So gilt meine Gratulation zur Auszeichnung Heinz Sprengers mit der Ehrenspange der Stadt Mülheim an der Ruhr auch Ihnen, verehrte Anwesende. Liebe Frau Sprenger, ich bitte Sie, sich sogleich noch in das Goldene Buch der Stadt Mülheim an der Ruhr einzutragen. Herzlichen Dank!”

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