Matyas Szabo (Foto: TSV Bayer Dormagen/Heinz J. Zaunbrecher)
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Dormagen/Tokio. Schon am frühen Samstagmorgen deutscher Zeit, um 7:55 Uhr, war der Traum einer Olympischen Medaille im Einzel für die drei Dormagener Säbelfechter Max Hartung, Matyas Szabo und Benedikt Wagner ausgeträumt. Kurz zuvor war Matyas Szabo im Achtelfinale als letzter Deutscher knapp mit 13:15 am Russen Kamil Ibragimov gescheitert. Nur wenige Minuten vorher hatte es seinen Mannschaftskameraden Max Hartung erwischt. Er scheiterte ebenfalls im Achtelfinale überraschend deutlich mit 9:15 am Iraner Ali Pakdaman.

Zu noch früherer Stunde, um 4:55 deutscher Zeit, waren Hartung und Szabo durchaus erfolgreich ins Olympische Einzelturnier gestartet. Hartung erledigte seine Aufgabe gegen den ungarischen Routinier Tamas Decsi unspektakulär, aber souverän, mit 15:9. Matyas Szabo setzte gegen den starken Koraner Bongil Gu ein echtes Ausrufezeichen und zog mit einem deutlichen 15:8 in die Runde der besten 16 ein.

Für den dritten Dormagener im Bunde endete der Wettkampf bereits im ersten K.O.-Gefecht. Benedikt Wagner unterlag dem Russen Kamil Ibragimov nach starkem Kampf knapp mit 13:15.

Eben jener Ibragimov erwies sich im Anschluss auch für Szabo als zu stark. Zwar konnte der Dormagener beim Stand von 11:14 noch einmal auf 13:14 verkürzen, doch der Russe setzte den entscheidenden Treffer zum 13:15 und beendete die Medaillenträume des Deutschen.

Als unangenehmer Achtelfinalgegner erwies sich der Iraner Ali Pakdaman, Weltranglistenplatz 24, für den Weltranglistenfünften Max Hartung. Der Deutsche fand nie so richtig in das Gefecht, immer wieder kam es zu Simultantreffern, die keinem Athleten eindeutig zugesprochen werden konnten. Die ständigen Videobeweise, die nötig waren, um strittige Treffer zu klären, sorgten ebenfalls nicht dafür, dass Hartung in einen guten Rhythmus kommen konnte. Pakdaman präsentierte sich bärenstark und warf den Dormagener Olympioniken mit 15:9 aus dem Turnier.

Sowohl für Ibragimov als auch für Pakdaman war allerdings eine Runde später im Viertelfinale Schluss.

„Fechterisch kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben ihre Sache gut gemacht. Mit Ibragimov sind Matyas und Benedikt an einem starken Gegner gescheitert. Auch beim Iraner wussten wir, wie stark er auftreten kann. Das ist Olympia, hier sind nur die Besten der Besten. Natürlich haben sich die Jungs mehr erhofft, aber heute sollte es einfach nicht sein“, zog Bundestrainer Vilmos Szabo ein gemischtes Fazit. „Weil die Achtelfinalgefechte parallel stattgefunden haben, wäre es super gewesen, einen zweiten Trainer mit dabei zu haben.“

Jetzt konzentrieren sich die deutschen Säbelfechter voll auf die Entscheidung in der Mannschaft. Am 28. Juli geht es um 3 Uhr deutscher Zeit mit dem Achtelfinale los. Dort trifft Team Deutschland auf die Mannschaft des Russischen Olympischen Komitees. „Wir haben heute bewiesen, dass wir mit den russischen Fechtern mithalten können. Ich bin guter Dinge“, blickt Szabo optimistisch voraus.

Die Platzierungen der Deutschen im Überblick:

Max Hartung – 10.
Matyas Szabo – 13.
Benedikt Wagner – 27.

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