v.l.n.r.) Dr. Felicia Rappe, stellvertretende Leitung Museum Abteiberg, Dr. Andrea Pufke, Herausgeberin, Dr. Gert Fischer, Beigeordneter Stadt MG und Nadja Fröhlich, Autorin, bei der Vorstellung des Jahrbuches der Rheinischen Denkmalpflege (Foto: Stadt MG)
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Mönchengladbach. Das Museum Abteiberg steht seit 2017 unter Denkmalschutz. Erst 1982 eröffnet, ist das Museumsgebäude im Vergleich zu vielen anderen noch ein recht junges Gebäude auf der Liste der Denkmalpflege. Genau aus diesem Grund ist es auch auf dem Cover des neuen Jahrbuchs der rheinischen Denkmalpflege, das das LVR-Amt für Denkmalpflege veröffentlicht. Denn der Schwerpunkt liegt bei dieser Ausgabe auf jungen Denkmälern. Denn gerade bei jüngeren Bauwerken sei der Blick für ihre Bedeutung nicht immer geschärft, sagt die Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke als Herausgeberin der Publikation: „Viele denken bei Denkmalschutz an ältere Bauwerke, wie zum Beispiel aus der Gründerzeit, und können sich heute gar nicht vorstellen, dass es nicht unstrittig war, diese Häuser unter Denkmalschutz zu stellen. Sie sollten dem Wiederaufbau weichen.“ Ähnlich könnte es auch jüngeren Bauten gehen und so ist ihr Fazit: „Wenn nicht wir die bedeutenden Zeugnisse der jüngeren Vergangenheit in den Blick nehmen, tut es niemand.“

Das Museum Abteiberg bildet dabei insofern eine Ausnahme als das die Bedeutung des Museumsbaus und dessen Erhaltung nie strittig gewesen seien, wie der Beigeordnete Dr. Gert Fischer berichtet: „Da hat es nie eine Diskussion gegeben und schon vor dem Denkmalschutz sind Entscheidungen immer im Sinne der Erhaltung getroffen worden.“ So wurde nie etwas einfach saniert oder ausgetauscht, sondern immer daran gearbeitet, alles auch möglichst wieder in den Originalzustand zu bringen.

Der Autorin Nadja Fröhlich, die den Artikel über das Museum Abteiberg im Jahrbuch verfasst hat, erklärt voll Begeisterung ein paar Aspekte, warum das Museum Abteiberg eine wichtige Bedeutung hat: „Es ist einer der ersten Museumsbauten dieser Art, das nicht nur Wände zum Aufhängen bietet, sondern selbst ein Gesamtkunstwerk ist. Es ist international bekannt und angehende Architekten aus der ganzen Welt kommen nach Mönchengladbach, um sich diese Architekturlandschaft von Hans Hollein anzusehen. Für ihn war es übrigens die Initialzündung als Architekt. Denn vorher hat er als Innenarchitekt gearbeitet.“

Noch mehr Gründe für den Denkmalschutz beim Museum Abteiberg und viele interessante Informationen, aber auch für viele Gebäude aus Nordrhein-Westfalen, wo es deutlich mehr Diskussionen gegeben hat, finden sich im Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege.

Details zum Buch:

Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege 47
Hrsg. von Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke
Eine Veröffentlichung des Landschaftsverbandes Rheinland, LVR
Michael-Imhof-Verlag, Petersberg 2021
ISBN 978-3-7319-1179-1
49,95 Euro

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