Sie gedachten der polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges, v.li.: Oberbürgermeister Daniel Schranz, Generalkonsul Jakub Wawrzyniak sowie die polnischen Senatoren Marek Borowski und Beniamin Godyla bei der Kranzniederlegung auf dem Westfriedhof (Foto: Stadt Oberhausen/Tom Thöne)
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Oberhausen. Um der polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken, hat am gestrigen Mittwoch, 10. November, der Generalkonsul der Republik Polen in Köln, Jakub Wawrzyniak, mit zwei Senatoren aus Polen Oberhausen besucht. Mit Oberbürgermeister Daniel Schranz legten die polnischen Gäste einen Kranz auf dem Westfriedhof nieder. Allein dort sind 90 polnische Staatsbürger bestattet, die während des Krieges in Oberhausen starben.

Auf den über 1000 Friedhöfen im Bezirk des Generalkonsulates der Republik Polen in Köln (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) ruhen mehrere Tausend polnischer Staatsbürger, die dort als Soldaten, Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Hintergrund: In Oberhausen gab es mit über 60 Lagern eine Vielzahl unterschiedlicher Sammelunterkünfte für Zwangsarbeiter, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt waren. Ihr Spektrum reichte von großen Barackenlagern mit bis zu 3000 Bewohnern über Fabrikhallen bis zu Gaststätten für nur wenige Dutzend Menschen.

Zu den Einsatzorten zählten Rüstungsunternehmen, mittelständische und landwirtschaftliche Betriebe, private Haushalte, Krankenhäuser, Baustellen und viele andere. Auch beim Schutträumen nach Luftangriffen oder beim gefährlichen Entschärfen nicht explodierter Bomben wurden Zwangsarbeiter eingesetzt.

In der Montanwirtschaft wurden von den Zwangsarbeitern vor allem junge Männer eingesetzt, unter ihnen viele Polen. 1944 erreichte der Anteil der ausländischen Zivilarbeiter und Kriegsgefangenen an der Gesamtbelegschaft der GHH mit über 11.000 Personen (= 29 % der Belegschaft) seinen Höhepunkt.

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