Die „Eisenmänner“ des polnischen Bildhauers Zbigniew Fraczkiewicz stehen nicht nur auf dem Gelände der ehemaligen Henrichshütte, sondern zieren nun auch die Fassade des dortigen Pumpwerks. Der Ruhrverband hofft darauf, dass der Ehrenkodex-Effekt der Sprayerszene für viele Jahre anhalten wird (Foto: Ruhrverband)

Hattingen. Vom Ruhrverband beauftragtes Graffiti orientiert sich an den benachbarten „Eisenmännern“

Mit Vandalismus und wilden Spray-Attacken an den Fassaden seiner Betriebsgebäude sieht sich der Ruhrverband nahezu täglich konfrontiert. Auch das Pumpwerk Hattingen, das seit der Kanalnetzübertragung Mitte 2020 in die Zuständigkeit des Wasserwirtschaftsunternehmens übergegangen ist, war seit langem durch unschöne Schmierereien stark in Mitleidenschaft gezogen.

Wie schon an anderen Orten hat der Ruhrverband daher gemäß dem Konzept „Graffiti gegen Graffiti“ die Fassade des Pumpwerks professionell gestalten lassen. Die Idee dahinter ist der ungeschriebene „Ehrenkodex“ der Szene, nach dem das Werk eines anderen Sprayers nicht übersprüht werden darf. Mit der Gestaltung wurde der Wuppertaler Marko „ZS“ Leckzut beauftragt, der zuletzt im vergangenen Jahr für den Ruhrverband zur Spraydose gegriffen hat, um das direkt am Ruhrtalradweg in Hattingen gelegene Pegelhaus in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Der Künstler orientierte sich bei seinem Fassadenentwurf an den acht markanten „Eisenmännern“ des polnischen Bildhauers Zbigniew Fraczkiewicz, die auf Initiative mehrerer Kulturschaffender nach Hattingen geholt und im vergangenen Jahr auf dem Gelände der ehemaligen Henrichshütte aufgestellt wurden.

Das Pumpwerk liegt in unmittelbarer Nähe der „Eisenmänner“-Gruppe und beherbergt die Schaltanlage für vier unterirdische Pumpen. Diese haben eine Leistung von jeweils bis zu 630 Litern in der Sekunde und dienen dazu, das in einem Teilgebiet des Gewerbe- und Landschaftsparks Henrichshütte anfallende Niederschlagswasser von befestigten Flächen in ein benachbartes Regenrückhaltebecken zu befördern.

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