Niklas Graf (Foto: privat)

Dinslaken. Die Debatte um den Austritt des Kreis Wesel aus dem Regionalverband Ruhr ist keine Neue. Schon in den vergangenen Jahren kam es parteiübergreifend des Öfteren zu Austrittsbekundungen. Zuletzt konkret wurde dies im Jahr 2008. Nach Meinung der GRÜNEN in Dinslaken profitieren der Kreis Wesel und Städte wie Dinslaken von einer Vielzahl von Leistungen, Projekten, Fördermitteln und Dienstleistungen, auf die nicht verzichtet werden sollte. Dazu gehöre die Bewirtschaftung einer großen Zahl von Liegenschaften, die Erstellung von Plänen, wie dem Regionalplan, der Erhebung von Klimadaten und dem Umweltmonitoring, dem Radwegenetz oder der überregionalen Nahverkehrsplanung, aber auch durch den RVR koordinierte Bildungsprojekte.

“Der Vorstoß der Kolleg*innen in der Kreistagsfraktion aus dem RVR austreten zu wollen, kam für uns GRÜNE in Dinslaken mehr als überraschend und wird von uns nicht mitgetragen”, sagt die Fraktionsvorsitzende und Sprecherin der Partei in Dinslaken Beate Stock-Schröer, “auch wenn wir gegen einzelne vom RVR verfolgte Maßnahmen wie z.B. die Ausweisung des Kooperationsstandortes in Barmingholten oder die Auskiesungspläne im Kreis Wesel kämpfen, sehen wir uns doch als fester Teil der Metropole Ruhr. Daneben haben wir in Dinslaken aber auch den klaren Bezug zum Niederrhein und wollen uns nicht auseinanderreißen lassen.”

Chris Reimann, Sprecher der Partei, ergänzt: “Für uns als Dinslakener Ortsverband ist klar, dass wir von einer Mitgliedschaft im RVR profitieren. Insbesondere seine Leistungen im Bereich des Natur- und Klimaschutzes sowie der eigenbetriebsähnlichen Bewirtschaftung von circa 15.600 Hektaren Wald durch die Einrichtung „Ruhr Grün“ sind für Dinslaken und den gesamten Kreis Wesel von hoher Relevanz. In seiner über 100-Jährigen Geschichte ist noch keine Mitgliedskörperschaft aus dem RVR ausgetreten. Wir fühlen uns den elf kreisfreien Städten und vier Kreisen des Ruhrgebiets verbunden und wollen nicht die Ersten sein die seit der Gründung am 5. Mai 1920 diesen einzigartigen Zusammenschluss verlassen.”

Der grüne Landtagskandidat für Oberhausen und Dinslaken, Niklas Graf, betont: “Ich bin in Duisburg im Ruhrgebiet geboren und zur Universität gegangen und trete für die GRÜNEN Kreisverbände Wesel und Oberhausen und die beiden Regionen Niederrhein und Ruhrgebiet an. Für mich ist klar, dass die Stadt Dinslaken, aber auch Städte wie Moers, fester Bestandteil der Metropole Ruhr sind und ein Austritt aus dem RVR deutlich mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt. Allein im Haushaltsplan des RVR für 2022 sind wichtige Projekte aufgelistet wie das Freizeitzentrum Xanten, die Baumaßnahmen und die Bewirtschaftung der Bislicher Insel, die Außenanlagen der Üfter Mark oder die Ertüchtigung des Naturerlebnisgebiets in Hünxe, welche die Wichtigkeit eines Verbleibs verdeutlichen. Aber auch im Kulturbereich ist die Vernetzung mit dem Ruhrgebiet und dem RVR beispielsweise durch die Freizeitkarten, die Kulturveranstaltungen oder die touristische Entwicklung ein wichtiger Faktor. Für mich ist daher klar, dass es eine Zukunft von Dinslaken und Oberhausen-Sterkrade nur mit dem RVR geben kann.”

Mit Ausscheiden des Kreises Wesel würde er eine Vielzahl an Aufgaben künftig selbst übernehmen müssen. Viele Synergien und Projekte, von denen der Kreis profitiert, fielen weg. Aus Sicht der GRÜNEN wäre ein solcher Austritt bedauerlich, da von ihm insbesondere die Kommunen und Menschen im Kreis belastet würden.

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