Yolanda Encabo: Springer, Öl auf Leinwand, 100x130, 2022. ( © Yolanda Encabo)

Mönchengladbach. Das Atelierhaus in Eicken zeigt ab 29. April Werke der Spanierin

Ihre detailreichen Arbeiten wecken ganz unterschiedliche Assoziationen rund um das Thema „Aufbruch“. So lautet deshalb auch der Name der Ausstellung, in der die spanische Künstlerin Yolanda Encabo ihre nachdenklichen und stimmungsvollen Werke präsentiert. Die Werksschau ist bis zum 15. Mai in der Galerie im Atelierhaus E71 zu besichtigen, jeweils samstags und sonntags zwischen 12 und 16 Uhr. Die Eröffnung findet am Freitag, den 29. April, um 19 Uhr statt.

Ein neues Leben, ein neues Land oder eine neue Herausforderung: Viele Menschen befinden sich im Aufbruch. Sie wagen den Sprung ins Unbekannte oder bleiben standhaft gegen das Fremde. Diesen Moment des Aufbruchs fängt Yolanda Encabo in ihren Gemälden ein. Den Menschen in ihren Werken öffnet sich ein Raum, eine Umgebung, eine Situation, die in Bewegung ist und sich aus ungewohntem Blickwinkel zeigt. Die Bilder regen an, sich mitreißen zu lassen von der Dynamik des Geschehens, Perspektiven zu wechseln und im Spiel von Licht und Farben neue Dimensionen zu entdecken.

Diese Dynamik zeigt die spanische Künstlerin mit verschiedenen Stilmitteln. So spielt sie in ihren Gemälden etwa mit der Perspektive. Ob Vogelperspektive, Froschperspektive oder eine schräg angeschnittene Perspektive – die Blickpunkte tragen wesentlich zur spannungsgeladenen Stimmung in ihren Arbeiten bei. Auch die Teilung der Leinwände in klar abgegliederte Bereiche, zum Beispiel durch das Zeichnen klarer Trennungslinien, gehört zu ihren Stilmitteln. Dadurch bricht die Künstlerin mit der Realitätswahrnehmung der Betrachter*innen und verdeutlicht, dass es unmöglich ist, die Realität tatsächlich auf einen Blick in ihrer ganzen unüberschaubaren Komplexität zu erfassen. Dieser spannungsvolle Grat zwischen Realität und Abstraktion steht dabei im Gegensatz zu ihren Motiven, die Momentaufnahmen aus dem Alltag zeigen.

Für die Dynamiken ihrer Bilder bezieht sich die Künstlerin zudem auf die Natur. So spiegelt sich die Natur in einem Spiel von Flächen und Farben wider. Dabei stehen warme Gelb-, Ocker- und Rottöne, die eine wohltuende Atmosphäre schaffen, im Kontrast zu den verwendeten Blautönen, von denen Traurigkeit, Einsamkeit, Fremdheit und Anonymität ausgehen. Jene Anonymität wird dadurch verstärkt, dass die Menschen reduziert und gesichtslos bleiben.

Vita
1961 – geboren in San Sebastian
1979 bis 1984 – Studium der Bildenden Künste an der Kunstakademie Bilbao
1984 bis 1995 – Tätigkeit als Kunstpädagogin
seit 1995 – lebt und arbeitet als Bildende Künstlerin in Mönchengladbach
seit 2001- Mitglied der städtischen c/o-Künstler*innenförderung

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