Anja Melz und Eric Schmitz setzen sich für fair gehandelte Produkte ein (Foto: Stadt Korschenbroich)

Korschenbroich. Korschenbroich auf dem Weg zur Fair-Trade-Town

Korschenbroich möchte Fair-Trade-Town werden und damit das Bewusstsein für qualitätsvolle und fair gehandelte Lebensmittel stärken. Die Stadt ist dabei auf die Mithilfe der heimischen Wirtschaft angewiesen – denn eine Ernennungsurkunde gibt es nur dann, wenn die Geschäftswelt und Gastronomie auch entsprechende Produkte im Angebot haben.

Mit gutem Beispiel geht Eric Schmitz voran. In seinem Café Brass im Herzen der Stadt hat er eine große Ausstellungsfläche für fair gehandelte Produkte zur Verfügung gestellt. Befüllt wird die Regalwand von Anja Melz, die zugunsten der „Glehner Kinder- und Familienhilfe Namibia“ fair gehandelte Produkte der Marken Gepa und El Puente vertreibt. „Wir sind Herrn Schmitz sehr dankbar für diese Möglichkeit“, sagt Anja Melz. „Es sollten sich ruhig noch viel mehr Händlerinnen und Händler trauen, fair gehandelte Produkte ins Sortiment zu nehmen. Die Erzeuger bekommen faire Löhne und können ihre Familien ernähren und bei der Kundschaft kommt es gut an oder wird zumindest toleriert.“

„Während einer Testphase haben wir parallel konventionellen oder fair gehandelten Kaffee angeboten. Den Gästen war es zu 90 Prozent eigentlich egal, woher der Kaffee kam. Hauptsache, er schmeckte“, so Eric Schmitz. Er selbst steht voll und ganz hinter der Idee. „Wenn man zwei Kinder zu Hause hat, dann denkt man über die Zukunft und Gerechtigkeit auf der Welt nach. Wir kaufen schon lange so gut wie möglich regional ein.“ Da Kaffee und Tee aber nicht am Niederrhein angebaut werden, „hat mich das auf die Idee gebracht, diese Getränke nur noch aus fairem Handel bei uns anzubieten und zu konsumieren.“

So gibt es nun also Tee, Kakao, Kaffee, Schokolade, Pralinen und weitere fair gehandelte Produkte bei Brass zu genießen und zu kaufen, wenn das Ladenlokal nach den Sommerferien wieder öffnet. Der Erlös geht an den Glehner Verein, der die Waren aus einer Zentrale in Wuppertal bezieht und für die eigene Arbeit umsatzabhängig einige Prozente einstreichen darf.

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