V.l. Ralf Matenaer, Prof. Dr. Ralf Klapdor und Richard Thielen (Foto: Team Klapdor)
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Goch/Kreis Kleve. Der Kreishandwerksmeister Ralf Matenaer und Richard Thielen, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Kleve, luden den FDP-Landratskandidaten Prof. Dr. Ralf Klapdor zu einem Besuch in das Haus des Handwerks ein. In dem eineinviertel stündigen Gespräch wurde sich ausgiebig über die aktuellen Themen – von Ausbildung, Ausbildungsbedingungen an den Berufskollegs, Fachkräftegewinnung, Integration in den Arbeitsmarkt, Digitalisierung, Energieumstellung bis hin zur Betriebsnachfolge – der über 4000 Handwerksbetriebe zwischen Emmerich und Rheurdt ausgetauscht.

Sehr zufrieden zeigte sich Kreishandwerksmeister Ralf Matenaer über die optimalen Ausbildungsbedingungen an den beiden kreisweiten Berufskollegs: „Die ÜBL-Werkstätten sind modern und komplett ausgestattet. Hier finden Auszubildende Top-Bedingungen vor.“ Von vielen Schülerinnen und Schülern der Realschulen wird das Handwerk mit seinen Berufschancen stärker wahrgenommen. „Mit der Attraktivität durch duale, triale und studienbegleitende Ausbildungsformen müssen wir verstärkt an Gesamtschulen und Gymnasien um unsere zukünftigen Fachkräfte werben“, erläuterte Geschäftsführer Richard Thielen. „Nach der Gesellenausbildung und Meisterprüfung ist noch nicht Schluss mit den Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk. Fortbildungen und Fachstudiengänge, zum Beispiel zum Techniker, Ingenieur oder Fachlehrer, bieten gute Karriere-Chancen.“

Ausführlich fragte Landratskandidat Ralf Klapdor, bei den Möglichkeiten den Nachwuchsmangel durch die Beschäftigung von Zugewanderten zu kompensieren, nach. „Auf den Baustellen läuft die Kommunikation mit den Kollegen reibungslos, aber in der Fachschule stoßen viele Zugewanderte wegen der Sprachschwierigkeiten an ihre Grenzen“, stellte Thielen die Erfahrungen der Handwerkerschaft vor. Für Klapdor könnte hier das Kommunale Integrationszentrum durch weitere Sprachkurse und Angebote zur sozialen Integration für Abhilfe sorgen.

Weiterer Schwerpunkt des Austausches war die Digitalisierung der Betriebe. So seien gerade bezüglich der Büroorganisation und Materialbestellung Arbeitserleichterungen notwendig, aber nach Erfahrung von Matenaers fehlt in den meisten Handwerksbetrieben die Zeit für die Umstellung: „Die Auftragsbücher sind so voll, viele Betriebe haben ausreichend Beschäftigung direkt vor Ort. Ausbleibende Materiallieferungen führen nicht zur Krise im Betrieb, man führt erstmal einen der vielen anderen Aufträge aus.“ Auch die aktuelle Energiekrise wird nicht in allen Gewerken als Belastung empfunden. „Das Thema Energie und Klimawandel spielt zum Beispiel Elektro- und Sanitärbetrieben durch den höheren Bedarf an Technik zum Energie- und Emissions-Sparen sprichwörtlich in die Karten“, so die Einschätzung von Thielen. Ähnlich wie Klapdor sehen Matenaer und Thielen auch ein hohes Ausbaupotential durch den Einsatz von Wasserstoff und dem Ausbau der entsprechenden Techniken.

Abschließend stellte der Handwerksmeister Matenaer die große Problematik vieler Betriebe einen geeigneten Nachfolger zu finden dar. Hier sei inzwischen auch wegen dem Fachkräftemangel der Trend, dass komplette Betriebe in ein anderes Unternehmen übernommen werden. „Wir werden in Zukunft dadurch weniger Handwerksbetriebe aber bei gleich hoher Anzahl von Beschäftigten haben“, sieht Matenaer die Entwicklung voraus. Als zukünftiger Landrat möchte Klapdor nicht nur bei diesem Themenschwerpunkt die notwendigen Prozesse mit allen Möglichkeiten der Kreisverwaltung und Kreiswirtschaftsförderung begleiten und fördern. „Die Grundlage ‘gute Ausbildung von Nachwuchskräften‘ ist durch den Kreis gegeben, der Kreis muss verstärkt alle seine Mechanismen und Möglichkeiten nutzen, um ein starkes Handwerk zu unterstützen“, zieht Klapdor als Fazit für die Aufgaben des neuen Landrats.

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