Die AWO-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter Helena Sawatzki, Astrid Briem, Susanne Strate-Nürnberg, Claudia Lennertz und Aziz Charafi nahmen an der Abschlussveranstaltung in Berlin teil (Foto: AWO)
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Voerde/Berlin. „Gemeinsam für eine gesunde Welt“ – unter diesem Motto stand das bundesweite Projekt „klimafreundlich pflegen“. Ziel dieses Projektes ist in Abstimmung mit Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter und Bewohnerinnen/Bewohner in Pflegeeinrichtungen gezielte Klimaschutzstrategien und Maßnahmen zu entwickeln, um die bisherigen Emissionen um einen wesentlichen Anteil zu verringern.

Warum dieses Projekt? Aktuell werden in Deutschland rund 820.000 Menschen in vollstationären Einrichtungen versorgt. Die Bewohnerinnen/Bewohner können durch ihr individuelles Verhalten den CO 2 Fußabdruck wie z.B. durch Konsumverhalten nur in einem geringen Maße beeinflussen. Vor dem Hintergrund der zukünftig steigenden Zahl der in den vollstationären Einrichtungen versorgten Bewohnerinnen/Bewohner ist es somit umso wichtiger, organisatorische und infrastrukturelle Abläufe kritisch zu prüfen und daraus resultierend Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, um Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Entscheidend für diesen Prozess ist nicht nur die Balance zwischen der Notwendigkeit einer hohen Pflegequalität und Klimaschutz, sondern auch die Sensibilisierung für die Wichtigkeit von Klimaschutzmaßnahmen, sowohl bei den Bewohnerinnen/Bewohner und deren Angehörigen als auch bei den Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern.

Die beiden Häuser des AWO Kreisverbandes Wesel e.V., das Moerser Johannes- Rau- Haus und das Voerder Elisabeth- Selbert- Haus, haben sich an diesem Projekt beteiligt. Das Johannes-Rau-Haus hat sich zum Themenbereich Ressourcen, Verpflegung das Ziel gesetzt, den u.a. durch Joghurtbecher verursachten Plastikmüll deutlich zu reduzieren. Statt als Nachtisch Joghurt in Plastikbechern anzubieten, gibt es stattdessen selbst hergestellten Nachtisch in Glasschalen. Dadurch ist es möglich im Jahr durchschnittlich 234 kg Plastikmüll einzusparen. Unter dem Motto „Wie wir es schaffen, immer öfter das Auto stehen zu lassen“ beteiligte sich das Elisabeth-Selbert-Haus zum Themenbereich Bewusstsein, Mobilität an diesem Projekt. Das originäre Ziel war es, gemeinsam mit den Mitarbeitenden die CO2-Bilanz des Seniorenzentrums zu optimieren. So entstand aus der Belegschaft des Elisabeth-Selbert-Hauses heraus die Idee, zur CO2-Reduktion einen überdachten Fahrradständer mit acht festen Bügeln und einer Ladestation für insgesamt drei Vehikel zu errichten. Die Mitarbeitenden wünschten sich diesen wetter- und diebstahlsicheren Abstellplatz, um auch mit teureren Rädern, wie E-Bikes, zur Arbeit fahren zu können. Durch die Errichtung der überdachten Fahrradständer und die Möglichkeit zum Laden des Akkus von E-Bikes konnte der Anteil der Mitarbeitenden, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, deutlich und nachhaltig gesteigert werden. Die CO2-Emissionen haben sich dadurch unter anderem aufgrund dieser Maßnahme um 11 % reduziert. Am 21. Februar fand die Abschlussveranstaltung des bundesweiten Projekts „klimafreundlich pflegen – überall!“ in Berlin statt. Über 100 Gäste, Teilnehmende des Projekts, Kooperationspartnerinnen/-partnern, Fördererinnen/Förderer und Ministeriumsvertreterinnen/-vertreter, nahmen an der Veranstaltung in der Heinrich-Böll-Stiftung teil. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Johannes -Rau Hauses sowie AWO-Vorständin Susanne Strate-Nürnberg waren dabei.

Das Projekt des Elisabeth-Selbert-Hauses wurde im Rahmen der Veranstaltung auch prämiert. Stellvertretend für das Elisabeth-Selbert-Haus nahm Susanne Strate-Nürnberg den Preis entgegen und bemerkte in ihrer Dankesrede, dass durch die Errichtung der Fahrradständer und die Möglichkeit zum Laden des Akkus von E-Bikes der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, deutlich gesteigert werden konnte. Fahrradfahren sei nicht nur klimafreundlich, sondern halte auch fit und gesund. Und gesunde und zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien wiederum eine der wertvollsten Ressourcen, die ein Unternehmen haben kann.

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