In der Backstube: Nataliia Vatrych, Nadiia Kolesnichenko und Maryna Kuklinska (vl.) sind fleißig bei der Arbeit. Vor Ostern verzierten die drei neuen Kolleg*innen Plätzchen mit leckerer Schokolade (Foto: Scholtheis/AWO)
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Neukirchen-Vluyn. Nataliia Vatrych strahlt über das ganze Gesicht. Seit kurzem ist die Ukrainerin in Teilzeit bei der Bio Bäckerei Schomaker beschäftigt. „Ich wurde sehr herzlich im Betrieb aufgenommen. Mir gefällt es hier sehr gut. Ich habe vieles gelernt, auch meine Deutschkenntnisse verbessern sich immer mehr.“ Genau wie ihre neuen Kolleginnen Maryna Kuklinska und Nadiia Kolesnichenko bewarb sich Nataliia beim AWO-Projekt „Refugees into Work“ (RIW) – gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Europäischen Union über den  Europäischen Sozialfonds ESF Plus, das die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten unterstützt. Mit Erfolg!  Träger*innen des Projektes sind seit dem vergangenen Jahr der AWO Kreisverband Wesel e.V., das Zentrum für Ausbildung und berufliche Qualifizierung Oberhausen e.V. und der AWO Bezirksverband Niederrhein e.V.

Die Kontaktaufnahme zwischen Monika Vollmer, Personalentwicklerin der Bio Bäckerei Schomaker, und Najat El Gorari  von „Refugees into Work“ lief schnell und reibungslos. „Wir hatten inseriert, dass wir neue Mitarbeiter*innen suchen“, erinnert sich Monika Vollmer. „Als dann der Anruf von Frau El Gorari kam, konnten wir zeitnah ein Meeting mit den Bewerber*innen durchführen. Nach den Probearbeiten  war dann klar, dass wir drei von ihnen anstellen möchten. Bisher haben wir sehr gute Erfahrungen mit Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund gemacht. Sie sind fleißig, zuverlässig und sehr motiviert. „Für uns ist das ein Gewinn. Warum sollen wir keine Leute einstellen, die arbeiten wollen? Wir finden, dass man ihnen eine Chance geben sollte.“ In der Vergangenheit machte die Bio-Bäckerei bereits durchweg positive Erfahrungen mit Beschäftigten aus Marokko und weiteren Ländern. Vollmer weiter: „Wir versuchen, den Mitarbeiter*innen den Start in die hiesige Arbeitswelt so leicht wie möglich zu machen und auch private Situationen zu berücksichtigen, wenn zum Beispiel jemand aus persönlichen Gründen nur in Teilzeit arbeiten kann.“

Die Mitarbeiter*innen von „Refugees into Work“ stehen dem Neukirchen-Vluyner Betrieb bei allen Fragen zur Seite – beratend und unterstützend. „Wir sehen uns als Bindeglied zwischen Geflüchteten und den Betrieben. Wir haben für beide Seiten immer ein offenes Ohr“, sind sich Susanne Hackstein-Englisch, Najat El Gorari und Elena Ederle einig. Als erste Ansprechpartnerinnen in der Beratungsstelle sehen sie es auch als ihre Aufgabe, bei den Kontaktsuchenden Hemmschwellen und Ängste abzubauen. „Es ist kein Problem, wenn Deutschkenntnisse der Bewerber*innen noch ausbaufähig sind. Sie können in Alltag- und berufsbezogenen Sprachkursen des Projektes verbessert werden. Zudem haben wir Mitarbeiter*innen, die übersetzen können. Die Sprache ist kein Hindernis“, so Najat El Gorari. „Wir unterstützen die Betriebe in jeglicher Hinsicht, z.B. so dass sie sich weiter ihrer alltäglichen Arbeit widmen können.“

„Unser Anspruch ist vor allem, qualifiziertes Personal passgenau zu vermitteln. Im Vorfeld kümmern wir uns um Anerkennung von Qualifikationen, Kommunikation mit Jobcentern, Ausländerbehörden und der Agentur für Arbeit“, erläutert Susanne Hackstein-Englisch.

Im umfangreichen Kommunikationsnetzwerk von RIW gäbe es etliche Ukrainer*innen, die auf Arbeitssuche sind. Die Kontaktaufnahme, so Elena Ederle, könne bei Interesse zügig erfolgen. Betriebe, die ebenso offen für Beschäftigungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind und neue Mitarbeiter*innen suchen, können sich gerne melden bei Elena Ederle, Tel: 0176-10078320, Mail: e.ederle@awo-kv-wesel.de, bei Najat El Gorari, Tel: 01590-4361028, Mail: n.elgorari@awo-kv-wesel.de und bei Susanne Hackstein-Englisch, Tel: 0151-24033904, Mail an hackstein-englisch@awo-kv-wesel.de .

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