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Rascha Abou-Soueid sieht die Schultüten-Aktion als ein Stück gelebte Integration (Foto: AWO)

Duisburg. Morgen ist der erste Schultag für die I-Dötze. Ihre erste Schulstunde erleben dann auch acht Flüchtlingskinder aus dem Duisburger Norden. Stolz werden sie ihre Schultüten präsentieren. Selbst gebastelt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO-Integration auf dem AWO-Ingenhammshof. Der Jugendmigrationsdienst warb dafür, dass alle Flüchtlingskinder ihren Weg ins Bildungssystem finden.

Während der AWO-Aktionswoche im Juni hatte Rascha Abou-Soueid vom Jugendmigrationsdienst der AWO-Integration die Aktion organisiert. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen hatte sie das Beratungscafé auf dem Lernbauernhof in eine Bastelstube verwandelt. Pappen, Kleber, Schere und Stifte lagen bereit. Was die Kinder aus den benachbarten Flüchtlingsunterkünften mitbringen mussten, war Phantasie und (ihre Mütter als helfende Hände). Dann ging’s munter ans Werk. Schmetterlinge, Eulen, Delphine und Raketen begleiten nun die Kinder aus Syrien, Afghanistan oder auch Mazedonien nun morgen beim Schulstart. Prall gefüllt sind die Schultüten ebenfalls. Auch dafür sorgte das AWO-Team. Ein bisschen Süßes muss sein. Die notwendigen Materialien für die ersten Lektionen aber auch.

Und das Team tat noch mehr: Es half dabei, allen Kindern einen Platz im Klassenzimmer zu sichern. Das war keineswegs selbstverständlich. Rascha Abou-Soueid sagt dazu: „In Deutschland herrscht zwar Schulpflicht. Die Eltern müssen aber ihre Kinder selbst fürs erste Schuljahr anmelden. Das System erfasst sie nicht automatisch.“ Im Juni hatten nur drei von den acht Kindern, die an der Bastelaktion teilnahmen, einen Schulplatz. Durch die Bemühungen der Migrationsfachdienste dürfen sich alle Mädchen und Jungen auf einen Stammplatz im Klassenzimmer freuen.

Rascha Abou-Soueid sieht die Schultüten-Aktion als ein Stück gelebte Integration: „Die Kinder und ihre Familien kennen diese deutsche Tradition nicht. Damit sie am ersten Schultag nicht außen vor stehen, haben wir sie eingeladen, mit uns gemeinsam zu basteln. Beim Wiedersehen am Montag war zu spüren, dass sie sich freuen an einer deutschen Schule lernen zu können. Und natürlich haben sie schon mal nachgeschaut, was wir ihnen alles eingepackt haben.“

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