Krefeld. Wassergewöhnung ist eine grundlegende Voraussetzung, damit sich ein Kind sicher im Schwimmbad und am Badesee fühlt. Vor allem, weil die Nichtschwimmerzahlen bei Kindern zunehmen und aktuell nachweislich jedes zweite Kind unter zehn Jahren nicht schwimmen kann.

Die Fachbereiche Jugendhilfe und Sport und Bäder der Stadt Krefeld haben deshalb in Kooperation mit dem Stadtsportbund vor fünf Jahren das Kita-Schwimmen mit dem Modellprojekt „Kita-Kinder wasserfit“ ins Leben gerufen. Vorschulkinder von zuerst sieben, später 14, städtischen Kindertageseinrichtungen (Kitas) hatten seitdem einmal wöchentlich am Schwimmunterricht teilgenommen. Als weiteren Kooperationspartner konnten die Organisatoren nun den Schwimmverein Bayer Uerdingen 08 gewinnen und gemeinsam die Standorte ausbauen. Im Turnus 2016/2017 nehmen Kinder aus 22 Krefelder Kitas an der Wassergewöhnung teil. Die Krankenkasse IKK classic unterstützt das Kita-Schwimmen finanziell und setzt damit ein Zeichen zur Gesundheitsförderung in den Einrichtungen. 

In 24 Unterrichtseinheiten mit jeweils 45 Minuten im Wasser mit einem ausgebildeten Schwimmtrainer werden jeweils maximal 15 Vorschulkinder in ganzheitlicher Weise gefördert. Pro Kind kostet die Teilnahme 60 Euro. Sollte die Familie das Geld nicht aufbringen können, besteht die Möglichkeit der Kostenübernahme aus den Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets. Gerhard Ackermann, Leiter des Fachbereichs Jugendhilfe, sieht neben der Unfallvorbeugung und dem gesundheitlichen Aspekt viele weitere Vorzüge des Kita-Schwimmens: „Wir folgen hiermit der Empfehlung, möglichst frühzeitig mit der Wassergewöhnung zu beginnen. Viele Eltern gehen nicht mit ihren Kindern schwimmen, weil sie zum Beispiel selbst nicht schwimmen können“. Ein weiterer positiver Effekt sei, dass die Vorschulkinder im letzten Kita-Jahr noch einmal etwas Besonderes erleben, so Ackermann. „In Begleitung von zwei Mitarbeitern der Kita fahren die Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Schwimmbad und müssen sich dort selbstständig aus- und später wieder anziehen – eine echte Herausforderung“, weiß Ackermann. Und nicht selten schaffe sogar einer der jungen Teilnehmer das „Seepferdchen“.  

Detlef Flick, Leiter des Fachbereichs Sport und Bäder, begrüßt, „dass sich der SV Bayer Uerdingen, Deutschlands größter Schwimmverein, dem Projekt angeschlossen und die Organisation der Kurse übernommen hat“. Mit dem Vereinsbad wurde zudem eine weitere Anlaufstelle zu den bereits genutzten Bädern (Badezentrum Bockum, Bad am Stadtpark Fischeln, Stadtbad Uerdingen, Lehrschwimmbad Linn) gewonnen. Die IKK classic mit ihrem finanziellen Engagement sichert unter anderem Fahrtkosten-Übernahme für das begleitende Kita-Personal. Die Verwaltung der Sponsorengelder obliegt der Sportjugend im Stadtsportbund. Deren Vorsitzende Jutta Zimmermann sieht ganz klar die Tendenz, dass die Bildung und vor allem die sportliche Bildung immer mehr in Kitas und Schulen stattfinden. 

„Wir sind noch offen für weitere Krefelder Kitas, die ihren Vorschulkinder den Schwimmunterricht ermöglichen möchten“, sagt Bettina Dewan, Fachberaterin bei der Stadt. Für interessierte Einrichtungen ist sie unter Telefon 02151 863309 oder E-Mail bettina.dewan@krefeld.de erreichbar. Bei ihr können sich auch Spendenwillige melden, die das Projekt „Kita-Kinder wasserfit“ unterstützen möchten, beispielsweise durch die Übernahme der Teilnahmekosten für ein Vorschulkind. 

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