(Foto: privat)
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Krefeld. Oberbürgermeister Frank Meyer ist Schirmherr der Veranstaltung am 23. Oktober

„Wir in Krefeld stehen auf gegen Antisemiten. Ihre Worte und Taten zerstören unser Miteinander.“ Unter diesem Motto ruft eine breite gesellschaftliche Allianz zu einer gemeinsamen Mahnwache gegen Antisemitismus auf. Oberbürgermeister Frank Meyer hat die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen, zu der am Mittwoch, 23. Oktober, alle Krefelder Bürger eingeladen sind. Für die Organisation zeichnen die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der Evangelische Kirchenkreis Krefeld-Viersen, die Katholische Kirche im Bistum Aachen, die Evangelische Allianz, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die städtische NS-Dokumentationsstelle in der Villa Merländer verantwortlich.

Die Teilnehmer finden sich zunächst um 19 Uhr am Platz an der Alten Synagoge zusammen. Dort wird Bürgermeisterin Gisela Klaer ein Grußwort sprechen. Pfarrer Manfred Bautz rezitiert das Gebet „Die Meinen haben es getan“ von Bischof Klaus Hemmerle. Armin Raether singt anschließend das hebräische Lied „Oseh Schalom“. Danach wird es einen gemeinsamen Gang über den Ostwall, die Rheinstraße und die Philadelphiastraße geben. Zielpunkt ist die Synagoge an der Wiedstraße, wo zum Abschluss eine Mahnwache abgehalten wird.

Anlass der Veranstaltung sind die Anschläge auf eine Synagoge in Halle an der Saale vor gut einer Woche. Am 9. Oktober hatte ein Mann versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur mit Waffengewalt in das Gebäude einzudringen. Er war dabei an einer Holztür gescheitert, hatte jedoch im Umfeld der Synagoge zwei Menschen erschossen. Der Oberbürgermeister hatte daraufhin einen Brief an die Jüdische Gemeinde in Krefeld geschrieben und seine Unterstützung zugesichert. In dem Schreiben heißt es: „Nach den Anschlägen von Halle müssen wir uns nun umso mehr jeder Tendenz entgegenstellen, den Nationalsozialismus und den Holocaust zu verharmlosen und Minderheiten in unserem Lande zu diskriminieren. Die physische Gewalt, die wir gestern erlebt haben, hat ihren Ursprung in der verbalen und ideologischen Gewalt, die von Teilen des politischen Spektrums vermehrt ausgeübt wird. Diesen Formen von Gewalt dürfen wir in unserer Gesellschaft keinen Millimeter Raum lassen.“

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