(Foto: privat)

Kaarst. Etwa 20 Personen kamen der Einladung der Kaarster Grünen nach und trafen sich am Dienstagabend zum Waldspaziergang durch den Vorster Wald. Nina Lennhof begrüßte freudig die großen und kleinen Teilnehmer, die sich natürlich an die geltenden Abstandsregeln hielten: „Wir sind sehr froh, dass auch unter Coronabedingungen nun endlich unsere erste Präsenzveranstaltung seit unserem Neujahrsempfang stattfinden kann“, so die Vorstandssprecherin und Bürgermeisterkandidatin der Kaarster Grünen.

Axel Kriegler, Förster des Rhein-Kreises Neuss und zuständig für den Kaarster Wald, bot auf seiner Führung dann ausführliche und anschauliche Informationen zur Geschichte, zur Entwicklung und zum aktuellen Zustand des Waldes. Neben „Hexenbesen“ – eine harmlose, aber eindrucksvolle Wucherung an Bäumen – und Robinien als „Pioniere“ auf dem ehemaligen Vorster Sportplatz, bekamen die SpaziergängerInnen auch immer wieder die Schäden zu sehen, die durch das Zusammenspiel von Hitze und Dürre bereits sichtbar sind.

Vor allem Bergahorne und Buchen litten unter Trockenpilzen, Fichten seien durch Borkenkäfer als Folgeschäden betroffen, so Förster Kriegler. „Wir sehen, dass sich diese Schäden vor allem in den letzten zwei Jahren sehr vermehrt haben,“ sagt er und zieht den Schluss, dass der durch den Menschen beschleunigte Klimawandel eben auch in Kaarst bereits Spuren hinterlässt. „Früher haben wir Förster immer weiterhin auf einheimische Bäume wie Eichen und Buchen setzen wollen,“ so der Förster weiter, „doch inzwischen bin auch ich von diesem Glaubenssatz abgerückt. Wir pflanzen jetzt zum Beispiel amerikanische Roteichen und denken auch über Bäume aus dem Mittelmeerraum nach, die mit Hitze und Trockenheit besser klarkommen.“

Künstliche Bewässerung lehnt er ab: Ein Förster müsse schließlich im komplexen Gefüge Wald Entscheidungen treffen, die für die nächsten 200 oder 250 Jahre Bestand haben können, und dürfe sich nicht von künstlichen Eingriffen abhängig machen. Außerdem sei in Kaarst eine solche Bewässerung auch logistisch nur schwer zu bewerkstelligen, da alle in Frage kommenden Kulturen hier eingezäunt seien.

Fast drei Stunden nahm sich Förster Kriegler Zeit für seine Führung, nach der die Teilnehmer den heimischen Wald ganz sicher mit anderen Augen sehen.

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