v.l. Sabrina Malinowski und Regionalleitung Petra Schilling wollen den LVR-Wohnverbund Bergstraße in Wachtendonk bekannt machen (Foto: LVR-Verbund HPH)
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Wachtendonk. Noch führt das Haus eine Art Schattendasein. Wobei die Betonung auf dem Wörtchen „noch“ liegt. Denn wer Sabrina Malinowski kennt, weiß, dass die Frau das umsetzt, was sie sich vorgenommen hat. Und eins steht ganz oben auf der Agenda der neuen Leiterin im LVR-Wohnverbund an der Bergstraße in Wachtendonk: „Unser Wohnverbund soll bekannter werden.“ Pläne dafür hat sie, genauso wie gute Ideen für nette Veranstaltungen, damit die 17 Frauen und Männer mit Behinderungen im Haus viele Kontakte knüpfen können. Bislang ließ sich allerdings kaum etwas umsetzen. Der Grund ist bekannt: Corona.

Sabrina Malinowski ist gekommen, um zu bleiben. „Einer der Gründe, dass unser Wohnverbund so unbekannt ist, war der häufige Wechsel der Teamleitung in der Vergangenheit. Öffentlichkeitsarbeit hat nicht stattgefunden.“ Die heute 32-Jährige hat dies hautnah mitbekommen. 2014 fing die examinierte Altenpflegerin beim LVR-Verbund Heilpädagogischer Hilfen (HPH), dem Träger des Wohnverbundes, in Wachtendonk an. „Als normale Mitarbeiterin.“ Und wurde schnell ins kalte Wasser geworfen, sprich, musste schnell Verantwortung übernehmen, da kurze Zeit später die damalige Teamleitung ausgefallen sei und die Regionalleitung eine Ansprechpartnerin im Wohnverbund gebraucht habe. „Und so ging es dann weiter“, blickt Sabrina Malinowski zurück. „Mal war ich Ansprechpartnerin, dann kommissarische Leiterin, dann Stellvertreterin.“ Zwischenzeitlich absolvierte sie ein duales Studium für künftige Führungskräfte. Und irgendwann habe sie sich gesagt: „Ich möchte den Wohnverbund leiten, Verantwortung übernehmen.“

Nicht des Geldes wegen, sondern um gestalten zu können – für die Frauen und Männer im Haus und natürlich auch für ihr Team. Gesagt, getan, beworben. Aber ganz so schnell ging es nicht. „Zu wenig Führungserfahrung“, sei die erste Antwort auf ihre Bewerbung gewesen. „Mein Herz hängt am LVR-Verbund HPH, aber ich habe überlegt, mich weg zu bewerben.“ Was nicht mehr notwendig war, kurze Zeit später kam der Anruf, dass sie den Job doch bekommen habe.

Ein Traumjob für Sabrina Malinowski. „Ich wollte immer mit Menschen arbeiten.“ Ihr Vater hätte sie lieber im Büro gesehen, „aber das ist überhaupt nicht meins“. Medizin mit allen Facetten habe sie immer interessiert, und als ihre Großmutter an Demenz erkrankte, war sie da und kümmerte sich um sie. Um ganz sicherzugehen, dass der Beruf auch der richtige sein würde, absolvierte die gebürtige Moerserin ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Senioreneinrichtung. Da das Ausbildungsjahr bereits begonnen hatte, arbeitete sie ein Jahr als Pflegeassistentin in einer weiteren Einrichtung und machte dort ihre Ausbildung. In diesem Haus lernte sie auch ihren Mann kennen; er war ihr Praxisanleiter. Vor zehn Jahren zog das Paar, das inzwischen einen kleinen Sohn hat, in die Heimat von Sabrina Malinowskis Ehemann nach Wachtendonk.

Den LVR-Wohnverbund bekannter zu machen, ist das eine Ziel. Das andere: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Aktuell sind zwei Stellen im Haus unbesetzt. Am liebsten wären Sabrina Malinowski Menschen aus der Region, wovon wiederum die Menschen mit Behinderung profitieren würden. „Sie lernen ihre Umgebung noch besser kennen, wenn ihnen jemand viel zeigen kann.“ Auf die neuen Kolleginnen und Kollegen wartet ein „super nettes Team“, verspricht sie. Und jede Menge Möglichkeiten im Job. Wofür Sabrina Malinowski das beste Beispiel ist.

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