Sonja Bongers MdL (Foto: privat)
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Oberhausen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Sonja Bongers sieht mit großer Sorge die Zunahme häuslicher Gewalt in Zeiten der Corona-Krise. „Knapp 33.000 Fälle versuchter oder vollendeter häuslicher Gewalt wurden von der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Landes Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr erfasst. Das ist ein Anstieg von fast acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, so die Rechtsexpertin der SPD-Landtagsfraktion.

Frauen im Visier

Besonders die zunehmenden Angriffe auf Frauen alarmiert Bongers. Wie das NRW-Innenministerium mitteilte, waren 70 Prozent der Opfer weiblich. Größtenteils wurden sie Opfer von einfacher Körperverletzung. Aber auch in knapp 15 Prozent der Fälle wurden Frauen und Mädchen schwer attackiert und gefährlich verletzt. Meist sind die Täter Männer. Knapp 77 Prozent der ermittelten Angreifer waren männlichen Geschlechts.

Mehr Anlaufstellen für Frauen

Die SPD-Politikerin und auch zahlreiche Sozialexperten vermuten aber weitaus höhere Zahlen. „Diese Statistik erfasst nicht das Dunkelfeld. Gerade jetzt in der Pandemie schrecken viele Opfer davor zurück, sich externe Hilfe zu holen. So zwingen uns diese alarmierenden Zahlen zum Handeln. Ich weiß, dass NRW bei den Frauenberatungsstellen vergleichsweise gut aufgestellt ist. Dennoch sollten wir den Ausbau von Frauen- und Mädchenberatungsstellen forcieren. Auch die Frauenhäuser sollten besser unterstützt werden. Wir brauchen gerade in solch konfliktträchtigen Zeiten eine bessere Möglichkeit, um Opfer von Gewalt aufzufangen. Dies kann auch zumindest im Ansatz schon durch telefonische oder Onlineberatung erfolgen“, erklärt Bongers.

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