FFF beim letzten globalen Streik in Krefeld mit circa 6000 Demonstranten (Foto: privat)

Krefeld. Anfang der Woche teilten die Krefelder Jusos in einer Pressemitteilung ihre Zweifel an der Überparteilichkeit der Bewegung Fridays for Future mit. Anlass war ein Bericht einer lokalen Tageszeitung, dass FFF in NRW und somit auch in Krefeld eine Klima–Demo noch vor den Kommunalwahlen plane, um insbesondere „noch möglichst viele Briefwähler zu erreichen und Stimmen für die Grünen zu gewinnen“. Die zitierte und kritisierte Björna Althoff, Aktivistin und Sprecherin der Fridays for Future Ortsgruppe Krefeld und parteilose Ratskandidatin der Grünen, erklärte jetzt in einer ausführlichen Stellungnahme, dass die “Enttäuschung der Jusos auf mindestens zwei Missverständnissen” basiere.

So beinhalte die kleine Meldung in der Tageszeitung ein falsches indirektes Zitat von Björna Althoff, “das ich nie gesagt habe oder sagen würde … . Dies hat der Redakteur bereits eingeräumt und ist auch den Jusos als falsches Zitat bekannt. Ich würde niemals eine FridaysForFuture-Veranstaltung dazu missbrauchen, für eine Partei Stimmen zu sammeln oder zum Wählen einer bestimmten Partei aufzurufen”. Weiter gibt Althoff zu bedenken, dass FFF selbstverständlich bundes- und landesweit vor Wahlen (Europawahlen, Bundestagswahlen, Kommunalwahlen) Großdemonstrationen plane, damit die Bevölkerung ihr Wahlrecht nach der Beschäftigung mit Parteiprogrammen unter dem Gesichtspunkt von Klimaschutzmaßnahmen in Anspruch nimmt. “Hierfür setzen sich unterschiedliche Parteien unterschiedlich intensiv ein und Bündnis 90/Die Grünen sind dabei noch nicht einmal immer die ambitioniertesten. Auch ist diese Ambition sehr abhängig von einzelnen Mandatsträgern”, bemerkt die FFF-Aktivistin.

Das zweite Missverständnis beruhe nach Ansicht Althoffs wohl darauf, dass die Jusos aus unerklärlichen Gründen die Meldung so gelesen haben, “dass wir planen würden, den globalen Streiktermin (Anm. d. Red.: globaler Streik am 25.9.) ausfallen zu lassen und stattdessen am 4.9. zu demonstrieren”. Selbstverständlich demonstriere man an beiden Terminen, wobei Althoff einräumt, dass “am 4.9. werden wir selbstverständlich dazu aufrufen, sich mit den Wahlprogrammen der Parteien zu beschäftigen, das Wahlrecht ab 16 in Anspruch zu nehmen und im Sinne einer Klimawende von unten (Bottom-Up) die Partei zu wählen, die in der eigenen Stadt kommunalen Klimaschutz am effektivsten umsetzen wird”.

Besonders betont Björna Althoff, dass sie und David-Luc Adelmann “bislang als Fridays For Future Aktivist*innen sowohl auf der Straße als auch mit Anregungen an die Kommunalpolitik eingebracht (haben) und setzen uns im Sinne einer Klimawende von unten stark für kommunalen Klimaschutz ein. Bei Anfragen und Anträgen an den Stadtrat/Ausschüsse haben wir stets mit unserem Logo und Angabe unserer Bewegung „Fridays for Future“ darauf hingewiesen, von woher die Anträge kommen”. Eine eigene Liste konnten die beiden FFF-Aktiven mangels Ressourcen nicht gründen. “Wir hätten 29 eigene Kandidaten aufstellen und Unterschriften sammeln müssen, beides gibt unsere kleine Organisationsgruppe nicht her”, erklärt Althoff, wieso sie parteilos auf der Liste der Grünen kandidiert. “Im Vordergrund steht jedoch unsere Motivation, die Stimme von der Straße auch in die Parlamente zu bringen.”

Zu einer Vereinnahmung von den Grünen erklärt Althoff: “Auch als Ratsherr und Ratsfrau werden wir uns ohne Fraktionszwang bei den Abstimmungen einbringen. Wir arbeiten mit den Krefelder Grünen zusammen, haben dies aber auch mit den Jusos getan und sind z.B. fortlaufend mit den Linken in Gespräch und erarbeiten Anträge oder Fragen, wenn es keine Einwohnerfragestunde gibt, zu der wir selbst Fragen einreichen können. Zu unseren Veranstaltungen laden wir stets alle Fraktionen ein. Wir befürworten effektive Klimaschutzmaßnahmen jeder Partei und kritisieren auch jede Partei für unterlassene Maßnahmen oder Green Washing.”

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